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Management des Wasserverteilungssystems während der Coronavirus ( COVID–19 ) Pandemie in medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen

Wissenschaftler warnen vor einem potenziellen Anstieg von durch Wasser übertragenen Infektionen, unter anderem der Legionärskrankheit1.

 

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Pneumonie. Sie wird durch das Einatmen von verunreinigtem Wasser über die Luft (Aerosole) oder durch das Einatmen von verunreinigtem Wasser übertragen. Davon betroffen sind in erster Linie Menschen > 50 Jahren, Raucher oder ehemalige Raucher und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. Die Symptome ähneln denen einer COVID–19-Infektion: Husten, Kurzatmigkeit und Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen. Ein Anstieg der Fälle von Legionella wurde in den USA und Europa ermittelt. In beiden Staatengemeinschaften werden jetzt ca. 1,3–1,6 Fälle pro 100.000 Einwohnermit einer geschätzten Mortalitätsrate von 5–15% verzeichnet3.

 

 

 

   

   

Erfahren Sie mehr über die aktuell veröffentlichten Richtlinien zum sicheren Betrieb von Wasserleitungssystemen während der COVID–19-Pandemie, indem Sie das folgende Formular ausfüllen.

Erfahren Sie mehr über veröffentlichte Richtlinien

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Legionella und COVID–19?

 

Diese beiden Krankheiten unterscheiden sich tatsächlich stark: Der Krankheitserreger, der COVID–19 verursacht, ist ein Virus, das über Aerosole/Kontaktflächen übertragen wird, während Legionella für gewöhnlich im Wasser anzutreffende Bakterien sind. Es gibt aber auch Ähnlichkeiten und Verbindungen:

 

  • Beide Krankheitserreger betreffen überwiegend stark ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen und beide Krankheiten befallen die Lunge. Es wird davon ausgegangen, dass Legionella bis zu 9 % der ambulant erworbenen Lungenentzündungen verursachen4.
  • Viele alte Gebäude mit alten Rohrleitungen und daher einem höheren Kontaminationsrisiko durch Legionella werden als Behelfskrankenhäuser zur Unterbringung von COVID–19-Patienten umgewandelt – die als stationäre Patienten eine höhere Mortalität haben, wenn sie zusätzlich mit Legionella5. infiziert sind.
  • Co- und sekundäre Infektionen: Durch das Zusammentreffen von Influenza- und Coronaviren können Komplikationen durch sekundäre bakterielle Infektionen oder Co-Infektionen zu einer signifikanten Erhöhung der Morbidität und Mortalität führen. Bakterielle Co-Infektionen gehen häufig mit Virusinfektionen einher, weil viele Viren die Immunreaktion des Infizierten unterdrücken können, was insbesondere auf Senioren oder chronisch kranke Personen zutrifft. Es gab Fälle von Schweinegrippe und Lungenentzündung infolge von Legionella sowie Lungenversagen bei Influenza-Patienten nach der Infektion mit Legionella6.

 

Was bedeutet das für die aktuelle Krise?

 

In den kommenden Wochen und Monaten werden Hotels, Schulen, Fitnessstudios, Restaurants und andere Geschäfte wieder öffnen und das Trinkwasser in diesen Gebäuden wird das erste Mal seit Wochen oder Monaten wieder verwendet, wenn die empfohlenen Richtlinien nicht befolgt wurden. In dieser Zeit können sich im System vorhandene Legionella spp. vermehrt haben und ein Kontaminationsrisiko bergen.

 

Was sagen die Experten?

 

Gesundheitsexperten haben weltweit schnell reagiert und Vermieter zur Vorsicht aufgerufen, wenn Gebäude neu geöffnet werden und länger als eine Woche leer gestanden sind oder nicht genutzt wurden. Die Absicht dahinter ist, „den Ausbruch von Legionella zu verhindern, um a) Menschen zu schützen und b) das bereits überbelastete Gesundheitssystem zu entlasten“, so Molly Scanlon, Leiterin der Arbeitsgruppe des American Institute of Architects zum Coronavirus. Die Bedrohung geht auch von Sprinklersystemen und Wasserkühltürmen an Gewerbegebäuden aus; diese Unternehmen sind „wahrscheinlich über das Problem durch das stehende Wasser informiert.“ Allerdings „ist das bei kleineren Unternehmen unter Umständen nicht der Fall“, warnt Susanne Surman-Lee, eine der Mitverfasserinnen der Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten zum Umgang mit Legionella in Wasserleitungen während der COVID–19-Pandemie. Aber die britische Mikrobiologin ergänzt auch: „Das ist weltweit ein Problem, das sich jedoch mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen lösen lässt.“7.

 

Was können die Gemeinden also tun?

 

Zur Eindämmung der COVID–19-Pandemie wurden weltweit viele Gebäude vorübergehend geschlossen, unter anderem Hotels, Freizeitzentren, öffentliche Gebäude, Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder usw. und es sind größere Mengen stehenden Wassers zu erwarten. Nach der Meinung der Experten kann stehendes Wasser das Mikrobenwachstum in Wasserinstallationen erhöhen, wodurch das Risiko von Legionella und anderen Verunreinigungen mit Krankheitserregern im Wasser steigt. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Wasserleitungssystemen in Behelfskrankenhäusern und Gebäuden (z. B. Hotels usw.) geschenkt werden, die als Gesundheitseinrichtungen zur Behandlung von COVID–19-Patienten umfunktioniert wurden, damit das Risiko von Co-Infektionen minimiert wird8.

 

Deshalb wurden internationale, regionale und lokale Richtlinien für den korrekten Umgang mit Wasserleitungssystemen veröffentlicht. Diese sollen das Risiko des Wachstums von Krankheitserregern im stehenden Wasser verringern. Neben dem Spülen und Beibehalten der erforderlichen Temperaturen für Warm- und Kaltwasser, der Desinfektion durch Durchleitung von Chemikalien oder Stoßdesinfektion durch das Entleeren der Wasserinstallation kann die kurzfristige Installation von Wasserfiltern für die Entnahmestelle sofort und effizient eine physische Barriere gegen Bakterien und Pilze im Wasser schaffen.

 

 

Referenzen:

 

  1. ESCMID (2020). ESCMID-Studiengruppe für Infektionen mit Legionella – ESGLI. [online]. Verfügbar unter: https://www.escmid.org/research_projects/study_groups/legionella_infections/ [Aufgerufen 29 April. 2020].
  2. Beauté, J. (2017). The European Legionnaires' Disease Surveillance Network. Legionnaires' disease in Europe, 2011 to 2015.Euro Surveill. 2017;22(27), 1–8
  3. Brady M.F. et al. (2019) Legionnaires' Disease (Legionella Infection), StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020 Jan.
  4. Bradley, B.T. et al. (2019). Emerging respiratory infections: The infectious disease pathology of SARS, MERS, pandemic influenza, and Legionella. Semin Diagn Pathol, 36 (3): 152–159..
  5. Skerrett, SJ. (2018). Prevention of Health Care–Associated Legionnaires Disease. JAMA Network Open, 1 (2), 1–3
  6. Lin S.Y. et al. (2016). An Underestimated Co-infection: Swine Influenza and Pneumonia Due to Legionella pneumophila, Am J Med Sci,352(3):314–316
  7. Reuters (2020). Buildings closed by coronavirus face another risk: Legionnaires’ disease. [online]. Available at: https://www.reuters.com/article/health–coronavirus–legionnaires–idUSL3N2CB4VZ [Accessed 29 April. 2020].
  8. Xing, Q. et al. (2020). Precautions are Needed for COVID–19 Patients with Coinfection of Common Respiratory Pathogens medRxiv 2020,02,29,20027698; doi: https://doi.org/10,1101/2020,02,29,20027698